KOMKIS Themen  


Sehr gerne geben wir Ihnen einen Einblick in unsere Forschungsthemen. Auf der folgenden Seite erläutern wir Ihnen dazu unsere fünf zentralen Themenkomplexe, deren Hintergrund und die damit verbundenen Aufgabenbereiche.

Falls Sie sich für unsere bisherige Arbeit interessieren, können Sie sich hier zudem unsere Sachstandsberichte der vergangenen Jahre ansehen.

Kommunale Infrastrukturbeschaffung

Hintergrund und Aufgabenstellung

Im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorgefunktion hat die kommunale Ebene ein umfangreiches Angebot an technischer und sozialer Infrastruktur bereitzustellen. Aus Gründen der ökonomischen Effizienz und Nachhaltigkeit ist es dabei von zentraler Bedeutung, dass im Rahmen von Beschaffung, Bewirtschaftung und Finanzierung kommunaler Infrastrukturprojekte der gesamte Lebenszyklus der Einrichtung berücksichtigt wird. Neben dem anfänglichen Zahlungsmittelbedarf schließt eine solche Betrachtung auch die Management- bzw. Betriebsphase mit ein, im Rahmen derer oftmals hohe Kosten für notwendige Aufwendungen der Bewirtschaftung sowie des Wert- und Substanzerhalts anfallen.

Vielerorts können die bestehenden Investitionsbedarfe allerdings nicht mehr erfüllt werden. Das KOMKIS befasst sich schwerpunktmäßig mit den Gründen für diese Entwicklung sowie mit alternativen und innovativen Formen der Infrastrukturbereitstellung, ihrer Anwendbarkeit für die Kommunen und damit verbundenen Wirtschaftlichkeitsaspekten.

Aufgabenbereiche
  • Infrastrukturbeschaffung, -bewirtschaftung und -finanzierung nach dem Lebenszyklusansatz
  • Institutionelle Arrangements zur Garantie der öffentlichen Daseinsvorsorge
  • Innovative Formen der Infrastrukturumsetzung und -finanzierung
  • Empirische Betrachtung der Investitions- und Erhaltungsaufwendungen im Freistaat Sachsen

Theorie und Grundlagen kommunaler Infrastruktur

Hintergrund und Aufgabenstellung

Im Rahmen des Schwerpunkts „Theorie und Grundlagen kommunaler Infrastruktur“ werden kommunale Infrastrukturthemen aus theoretischer Sicht beleuchtet und zum Teil am Beispiel des Freistaates Sachsen analysiert. Die unter diesem Schwerpunkt subsumierten Forschungsthemen und -projekte dienen einerseits der begrifflichen Abgrenzung, wie bspw. bei der Definition und Diskussion des Investitionsbegriffs oder der Analyse des Infrastrukturbegriffs aus rechtlicher Sicht, und andererseits der grundsätzlichen Diskussion und Erörterung von relevanten, die kommunale Ebene des Freistaats Sachsen betreffenden Themen. In diesem Zusammenhang werden bspw. die Herausforderungen und Handlungsfelder von Fördermittelprogrammen für kommunale Infrastrukturprojekte am Beispiel des Freistaates Sachsen oder die Kostenproblematik aufgrund der aus der Flüchtlingswelle resultierenden steigenden Asylbewerberleistungen am Beispiel sächsischer Kommunen untersucht.

Aufgabenbereiche
  • Investitionsbedarfe im Freistaat Sachsen
  • Fördermittelvergabe im Freistaat Sachsen
  • Asylbewerber- und Flüchtlingskosten
  • Abgrenzung des Begriffs der „Investitionen“

Rechtliche Aspekte des öffentlichen Beschaffungswesens

Hintergrund und Aufgabenstellung

Schätzungen zu Folge finden über 90 % der Vergabeverfahren im sog. Unterschwellenbereich statt. Aus diesem Grund sind sächsische Kommunen als öffentliche Auftraggeber insbesondere an das geltende Landesrecht (u.a. an das Gesetz über die Vergabe öffentlicher Aufträge im Freistaat Sachsen sowie die Sächsische Vergabedurchführungsverordnung) gebunden. Daran anknüpfend liegt auch der Akzent der nachfolgenden Beiträge primär auf der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen des Vergaberechts auf Landesebene. Hauptaugenmerk der inhaltlichen Arbeit ist das Aufzeigen von Möglichkeiten für sächsische Kommunen, effizienter, kostengünstiger und rechtssicherer öffentliche Aufträge auszuschreiben und durchzuführen.

Aufgabenbereiche
  • Vergabepraxis in sächsischen Kommunen
  • Nachhaltige Vergabe
  • Generalunternehmervergabe
  • Phase 0 der öffentlichen Beschaffung

Kommunales Finanz- und Rechnungswesen

Hintergrund und Aufgabenstellung

Unter kommunaler Finanzwirtschaft versteht man alle finanzwirtschaftlichen Aktivitäten einer Gebietskörperschaft, einschließlich ihrer öffentlichen Unternehmen, wie sie sich im Haushalt widerspiegeln. Somit umfasst der Begriff Kommunalfinanzen die Einnahmen und die Ausgaben bzw. Erträge und Aufwendungen sowie das Vermögen und die Schulden der Kommunen. Die Kommunalfinanzen bilden einen Teil der Staatsfinanzen im weiteren Sinne. Durch die doppelte Buchführung in Konten (Doppik) sollen Aussagen über Effizienz und Wirtschaftlichkeit besser möglich und insbesondere die politischen Entscheidungsträger mit steuerungsrelevanten Daten versorgt werden. Durch die systematische Erfassung des Vermögens und der Schulden in einer Bilanz ist eine verbesserte Abbildung der Interessen nachfolgender Generationen möglich. Zentraler Punkt ist die Entwicklung des kommunalen Eigenkapitals. Gelingt es, ein Abschmelzen des Eigenkapitals zu verhindern, wird dies als ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Generationengerechtigkeit öffentlichen Handelns gesehen.

Aufgabenbereiche
  • Kommunale Doppik-Umstellung im Freistaat Sachsen
  • Kommunale Finanzausstattung im Freistaat Sachsen
  • Zersiedlungskosten
  • Auswirkungen des demographischen Wandels auf das kommunale Ausgabeverhalten

Digitalisierung und Smarte Infrastruktur

Hintergrund und Aufgabenstellung

Die Digitalisierung erfasst nicht nur alle Lebensbereiche, sondern zuvorderst die wirtschaftliche Struktur (Stichwort „Industrie 4.0“ oder „Big Data“). Hierbei erzeugt die Digitalisierung einen weiteren Globalisierungsschub, welcher den Wettbewerb sowohl für das Produktions- als auch das Dienstleistungsgewerbe weiter fördert. Folglich steht fortan umso mehr die regionale Wirtschaft im direkten globalen Wettbewerb mit zahlreichen anderen Regionen. Dies birgt Chancen und Risiken für die Wirtschaft im ländlichen Raum. Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind vor enorme Herausforderungen gestellt. Der sich abzeichnende Strukturwandel muss gerade in strukturschwachen Regionen von der öffentlichen Hand aktiv moderiert und begleitet werden.

Das Prinzip der gleichwertigen Lebensverhältnisse verpflichtet Gemeinden, Länder und den Bund, ein weiteres Auseinanderdriften der Lebenswirklichkeiten zu verhindern (Art. 72 Abs. 2 GG). In der aktuellen Situation sind in Sachsen die urbanen und ruralen Räume unter anderem durch ihre hohe Divergenz im Grad der Durchdringung der Digitalisierung geprägt. Dies umfasst einerseits den Breitbandausbau und andererseits die Erbringung öffentlicher Leistungen mit Hilfe von digitalen Anwendungen.

Aufgabenbereiche
  • Breitbandausbau in Sachsen
  • Smart Region und E-Governance
  • Mobilität im ländlichen Raum
  • Elektromobilität

Kompetenzzentrum für kommunale Infrastruktur Sachsen am Institut für Öffentliche Finanzen und Public Management

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