IWI-News  

05.12.17 13:35

Eindrücke vom 12. TDWI Roundtable

Zu seiner zwölften Durchführung konnte das TDWI Roundtable Leipzig seine bislang höchste Teilnehmerzahl verzeichnen. Die rund 80 Teilnehmer aus Wissenschaft und Praxis haben am 30.11.2017 zwei unterschiedliche Beiträge und Präsentationsformate erlebt. Im ersten Vortrag stellten Luise Walther von der Krankenkasse AOKplus und Marcus Keidel von kubus IT - einem Tochterunternehmen der AOKplus - die Migration ihres Data Warehouse von einer Oracle auf eine SAP Hana Native-Datenplattform vor. Sie gingen intensiv auf die bereichsübergreifenden Berichtsmöglichkeiten, auf die verwendete mehrschichtige Architektur für Data-Views sowie auf die Notwendigkeit zur Pseudonymisierung von Kundendaten und die dabei zum Einsatz kommenden Umsetzungsvarianten ein. In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass die Migration der Datenbasis die Anpassung der bestehenden Kennzahlen- und Reportstrukturen erfordert und dazu intensive Abstimmungen mit den Fachbereichen notwendig waren. Um die Komplexität zu begrenzen, hat die Migration sukzessive für die fachlichen Domänen und parallel zum laufenden Betrieb stattgefunden.

Der zweite Beitrag war als interaktives und anregendes Streitgespräch aufgebaut. Dr. Carsten Dittmar (NTT DATA) und Lars Tams (OPITZ CONSULTING) nahmen hierbei entgegengesetzte Meinungspositionen zum Thema Self Service BI ein, und tauschten ihre Ansichten in einer lebhaften Diskussion aus. Hierbei kamen u.a. die zukünftige Bedeutung eines Data Warehouse in der analytischen Infrastruktur, die Anwendungspotenziale und Problembereiche von Self Service BI in Unternehmen, die Nutzerfreundlichkeit analytischer Anwendungsfrontends sowie die zukünftige Nutzungsintensität analytischer Anwendungen durch Mitarbeiter der Fachabteilung zur Sprache. In der anschließenden intensiven Diskussion mit den Zuhörern zeigt sich, dass eine schnelle und flexible Anpassung von Analysestrukturen und -inhalten durchaus gewünscht ist, aber ein freier Zugriff auf operative Datenbestände durch Fachanwender sowie eine Abschaffung des Data Warehouse als zentrale Datenintegrations- und Auswertungsbasis überwiegend kritisch gesehen wird. Stattdessen sollten IT-Abteilungen die Planung und Umsetzung von Self Service BI beratend begleiten, um gemeinsam die Analysepotenziale in den vorhandenen Daten zu realisieren. Abgesehen von spezialisierten datenorientierten Fachbereichen wie dem Controlling, sollte nach mehrheitlicher Meinung die eigenständige Anpassung analytischer Auswertungsstrukturen durch Fachanwender auch in Zukunft eher auf wenig komplexe Anpassungsmöglichkeiten beschränkt sein.

Unser Dank gilt den Referenten und unseren Zuhörern für den spannenden Gedankenaustausch während der Beiträge und beim anschließenden Get-together. Wir würden uns freuen, zum 13. Roundtable am 24.05.18 wieder zahlreiche Teilnehmer am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Leipzig begrüßen zu können.









letzte Änderung: 12.05.2016