Mastermodul  Stadtmanagement I  

Mastermodul Stadtmanagement I
Modulnr. / Modulturnus

Interdisziplinäres Lernen und Bearbeiten der Aufgabenstellung: Die Studierenden lernen in interdisziplinären Arbeitsgruppen eine praxisorientierte Aufgabenstellung zu bearbeiten. Die Studierenden sind in der Lage, Arbeitsweisen, Konzepte und Zielstellungen fachfremder Studierender in Beziehung zu eigenen Annahmen und Arbeitsweisen zu setzen und auf konstruktive Art und Weise damit umzugehen. Die Studierenden versuchen, ihre Rolle als Forschende gegenüber den Beforschten zu reflektieren: im Forschungsfeld vorhandene Perspektiven werden ernst genommen, eigene Annahmen z.B. über Stadträume, Organisationen, Prozesse deren Funktionsweise werden hinterfragt; Ziel ist eine grundlegende Sensibilisierung für die Vielzahl unterschiedlichster Interessen und Perspektiven und eine darauf Rücksicht nehmende eigene Aufgabenstellung. Die Studierenden lernen, wie ausgewählte stadträumliche Prozesse im Themenfeld Stadtentwicklung ablaufen und funktionieren. Sie sind in der Lage, diese auf eine praxisorientierte Aufgabenstellung zu übertragen und eigene, informierte Einschätzungen und Entscheidungen zu treffen. Darüber hinaus lernen die Studierenden relevante Konzepte der Stadt- und Quartiersentwicklung kennen. Als gefördertes StadtLabor-Projekt besteht ein weiteres Lernziel darin, Studierende zu befähigen, Wissen aus der Lehre in konzeptionelle und praktisch ausgerichtete Ansätze zu übersetzen und in experimenteller Art und Weise innerhalb tatsächlicher Akteurs- und Institutionszusammenhänge zu erarbeiten und zu spiegeln.

Gegenstand des Moduls ist die systematische Auseinandersetzung mit den Teildisziplinen zeitgemäßer Stadtentwicklung und damit verbundener Managementaufgaben sowie Einführung in deren aktuelle Anforderungen. Im Wintersemester 2018/2019 findet das Modul in Kooperation mit dem Institut für Kulturwissenschaften statt. Das Modul Stadtmanagment I wird trägt einen zusätzlichen Titel: "STADTLABOR: RETTEN GENOSSENSCHAFTEN DAS QUARTIER? QUARTIERSEFFEKTE GEMEINWOHLORIENTIERTER ORGANISATIONSFORMEN“. Das Modul wird als interdisziplinäres und praxisorientiertes Lehrmodul durch das Projekt LaborUniversität, welches wiederum Teil des Projekts „StiL – Studieren in Leipzig“ an der Universität Leipzig ist, unterstützt. Titel: STADTLABOR: RETTEN GENOSSENSCHAFTEN DAS QUARTIER? QUARTIERSEFFEKTE GEMEINNÜTZIG ORIENTIERTER ORGANISATIONSFORMEN. Die Lebensqualität städtischer Bewohnerinnen und Bewohnern wird entscheidend auf Quartiersebene geprägt. In verdichteter Form treffen hier Wohnen, Arbeit und Erholung aufeinander. Darüber hinaus bezieht sich der Wunsch nach Gestaltung des eigenen Lebensumfeldes häufig auf den unmittelbaren Nahbereich. Quartiere stellen deshalb einen wichtigen und räumlich kompakten Wirkungskreis vieler Menschen dar. Quartiere werden jedoch nicht nur von den dort lebenden Menschen, sondern im Wesentlichen fortlaufend von unterschiedlichen Akteuren aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Kultur geformt, die ausgestattet mit unterschiedlichen Zielen, Ressourcen und Voraussetzungen das Lebensumfeld der Quartiersbewohnerinnen und –bewohner prägen. In diesem komplexen Zusammenspiel nehmen gemeinnützige Organisationsformen wie z.B. Genossenschaften, gAGs, gGmBHs, Stiftungen o.Ä. eine besondere Rolle ein. Diese Organisationsformen wirtschaften vor Ort und verfolgen Ziele, die a) häufig vor allem auf die Bereiche Wohnen, Bildung oder Kultur gerichtet sind, b) demokratische und nicht-kommerzielle Orientierungen aufweisen und c) über ihren eigentlichen Standort absichtlich hinaus in den Nachbarschafts- und Quartiersraum wirken. Eine integrierte Stadtentwicklung sollte sich daher für die Arbeits- und Wirkungsweise und Bedingungen ihres (Miss-)Erfolgs interessieren. Innerhalb der Gruppe gemeinnütziger Organisationsformen sind vor allem Genossenschaften seit einigen Jahren wieder im stark im Gespräch als Ermöglicher für die Gewährleistung bezahlbaren Wohnraums, alternativer Kunst- und Kulturorte oder als basisdemokratische Beteiligungsformate. Bisherige Beobachtungen zeigen, dass sie in dynamisch wachsenden Städten häufig eine zentrale Rolle beim Erhalt von Stadträumen für vielfältige Nutzer- und Bevölkerungsgruppen einnehmen. Besonders neu gegründete Genossenschaften und andere gemeinnützige Organisationsformen wirken gezielt auf ihre unmittelbare Lebensumgebung und versuchen mit innovativen Entwicklungsansätzen in kooperativer Form zu wirtschaften. Parallel existieren sogenannte Bestandsgenossenschaften, die umfangreiche Mitgliederzahlen und Flächen vorweisen können und viele Jahre Erfahrungen mitbringen. Beide Formen verfügen über Potenziale für die quartiersbezogene Stadtentwicklung. Vor diesem Hintergrund soll es im Rahmen des Moduls genauer darum gehen zu analysieren, wie gemeinnützige Organisationen vor Ort „funktionieren“, welche positiven und (un-)intendierten negativen Effekte von ihnen ausgehen und inwiefern sie als ein Instrument der Stadtentwicklung angesehen werden können. Um diesem komplexen Thema gerecht zu werden, ist das Modul interdisziplinär angelegt. Ins Gespräch gebracht werden stadtplanerische, betriebswirtschaftliche und kulturwissenschaftliche Perspektiven.

 
  • Vorlesung „Stadtmanagement I“ (2 SWS) =  30h  Präsenzzeit und 70h  Selbststudium = 100h
  • Seminar „Stadtmanagement I“  (4 SWS) = 60h Präsenzzeit und 140h  Selbststudium = 200h

Projektarbeit: Hausarbeit (15 Wochen) und Präsentation (30 Min.), mit Wichtung 1


letzte Änderung: 05.10.2018