Promotionsvorhaben

Megaprojekte & Aufwertung

Das Projekt „Santa Cruz Verde 2030“ und seine Integration in den urbanen Kontext

Das Megaprojekt „Santa Cruz Verde 2030“ in Santa Cruz de Tenerife, Spanien, hat das erklärte Ziel, eine innerstädtisch gelegene Erdölraffinerie in ein urbanes und nutzungsgemischtes Quartier zu verwandeln. Dieses soll zum Großteil aus Grünflächen, nachhaltigen Ökonomien und dem ersten urbanen Strand der Stadt bestehen.

Die Ankündigung dieser Öffentlich-Privaten Partnerschaft im Sommer 2018 stößt im öffentlichen Diskurs auf unterschiedliche Reaktionen. Zu viel Tourismus, zu wenig bezahlbarer Wohnraum und keine Bürgerbeteiligung wird dem Bürgermeister und Schirmherr des Projektes vorgeworfen, während bereits im kommenden Jahr mit der Deindustrialisierung der Fläche begonnen werden soll.

Auf Grundlage dieser Aktualität beschäftigt sich das Dissertationsvorhaben mit Megaprojekten und Stadtentwicklung als ein seit der Antike bestehendes Spannungsverhältnis. Es gilt zunächst, am Beispiel von Santa Cruz potenzielle Auswirkungen und Ausstrahlungseffekte des noch in einer frühen Planungsphase befindlichen Vorhabens zu skizzieren. Die vorgestellte Raumordnung der Konversionsfläche wird dahingehend untersucht, welche Bedeutungen dem Projekt auf der Ebene von Nachbarschaft und Gesamtstadt zugeschrieben werden. Insbesondere die Frage räumlicher und sozialer Zugänge spielt dabei eine entscheidende Rolle. Auf dieser Basis wird das Großprojekt auf Basis von angebots- und nachfrageorientierten Zugängen erschlossen.

Mithilfe eines Mixed-Method Ansatzes bestehend aus Experteninterviews, Netzwerkanalyse und Befragung wird das Megaprojekt aus Sicht unterschiedlicher städtischer Akteure im Hinblick auf Erwartungen und potenzieller Aneignungsprozesse beleuchtet. Gleichfalls ist das Großvorhaben in den Kontext seiner Entstehung einzuordnen und damit die Produktionslogiken großer innerstädtischer Stadträume kritisch zu hinterfragen. Im Ergebnis dieser Untersuchung soll somit der Frage nachgegangen werden, wie innerstädtische Megaprojekte nachhaltig in den Stadtraum integriert werden können.


letzte Änderung: 19.11.2018