Projektinformationen  

Laufende Projekte

Nutzung urbaner und privater Freiräume während der Ausgangsbeschränkungen aufgrund der COVID-19-Pandemie

Zeitraum: seit April 2020

***english below***

Die COVID-19 Pandemie hat unsere Alltagsgestaltung extrem beeinflusst. Auch unser Miteinander wurde dadurch maßgeblich verändert. Durch geltende Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote sind wir angehalten, voneinander Abstand zu halten. Orte sozialer Interaktion und Begegnung werden jetzt ganz neu erfahrbar. In diese Ausnahmesituation bietet sich nun aber auch die Gelegenheit, Einblick in die Anforderungen an eine Stadt der Zukunft zu erhalten und diese möglicherweise zu überdenken.

Ein Blick auf verschiedene Städte weltweit zeigt, wie sehr die Pandemie unser Zusammenleben eingeschränkt hat. Dabei übt die Stadt eine nie dagewesene Anziehungskraft auf die Menschen aus. Während in den Siebziger Jahren noch rund 35% der Bevölkerung in Städten lebten, sind es mittlerweile fast 55% der Bevölkerung. Prognosen für die Zukunft sagen einen Anstieg auf bis zu 70% in den nächsten 40 Jahren voraus.

Social Distancing stellt damit nicht nur unsere menschliche Natur als soziales Wesen in Frage, sondern auch den Raum, in dem wir leben: die Städte. Die Vor- und Nachteile des Stadtlebens und unsere gegenwärtige Vorstellung davon sind momentan Gegenstand anhaltender Diskussion. Der öffentliche Raum wird nunmehr als Gefahrenquelle wahrgenommen, in dem das Ansteckungsrisiko steigt. Die Auswirkungen des Lockdowns auf Leipzig sind offensichtlich: während die Straßen nahezu autofrei, die öffentlichen Verkehrsmittel kaum genutzt und die Caféterrassen menschenleer bleiben, erleben andere Orte eine Wieder- bzw. Neubelebung: Wege entlang der Flüsse und Kanäle werden zum Joggen, Radfahren und Spazierengehen frequentiert, Fußwege werden zum Treffpunkt und dienen dem Smalltalk aus sicherer Entfernung, Balkone werden zum Fenster zur Außenwelt und Innenhöfe zum Kinderspielplatz. Es scheint, dass die Leipzigerinnen und Leipziger sich neue Räume erschlossen haben, die die Stadt trotz Wahrung geltender Ausgangs- und Kontaktverbote zu einem Ort sozialer Interaktion und Austausch machen. Was können wir von ihnen lernen? Welche Räume wurden während des Lockdowns zum Zufluchtsort? Wie könnte dies unsere Vorstellung von urbanen Freiräumen verändern?

Anhand einer zweisprachigen Online-Umfrage im Mai 2020 erhebt das ISB Informationen zur Nutzung urbaner und privater Freiräume während der COVID-19-Pandemie in Leipzig. In der Auswertung werden Rückschlüsse auf die zukünftige Stadtentwicklung vor dem Hintergrund eines gesundheitsfördernden und resilienten urbanen Raumes und Miteinanders gezogen: Wie könnten widerstandsfähigere Städte aussehen, die für eine solche Gesundheitskrise gewappnet sind? Wie können Außenräume zur Eindämmung der Pandemie genutzt und wie kann soziale Interaktionen im Freien aufrechterhalten und ermöglicht werden?

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As COVID-19 disrupts our daily routines and distances us from one another, there is an urge to monitor what is happening right now and learn from the fundamental change of behaviour in our lives. May 3rd marks a loosening of lockdown measures in Germany. Adaptation, however, could already be observed by taking a close look at the collective intelligence at play. People have found ways to organise their lives, balancing health priorities and social needs. Recording this intelligence now could inform decision-makers on how we can conceive of healthy, resilient cities, connecting physical distancing with a revitalised community atmosphere.

This pandemic has overseen profound restrictions on our ability to flock together. Just look at cities worldwide. People's attraction for cities has never been so intense. In the seventies, 35% of the population were urban-dwellers. Now it's more like 55%. 40 years from now, almost 70% of the world population is forecast to be living in cities.

The injunction to socially distance is not only challenging our human nature, but also the space we occupy: cities. Over the last few weeks, an increasing number of writers have been interrogating the benefits of living in cities and the ways in which we conceive them. In fact, for the last decade, municipalities worldwide have started a global fight to mitigate climate change by trying to limit urban sprawl; they advocate for an increase in population density in existing cities.

Since the COVID-19 pandemic was confirmed, cities have been criticised for playing a role in exacerbating the crisis because of this increased population density. Open spaces that used to be a catalyst for people's energies, expressions and interactions are now widely feared. How can we be sure that people around us will maintain a 2-meter distance?

Meanwhile, during the lockdown in Leipzig, although streets have been almost car-free, public transport barely used, and cafe terraces deserted, outdoor spaces have been far from empty. The banks along the Elster abound with people jogging, biking and strolling. The curb is now a hub for small talk at a safe distance with first-floor residents. People are using private outdoor spaces to escape from the indoors and to reach others. In Südvorstadt, courtyards brim with children's laughter. Balconies resonate with neighbours' small talk.

Leipzigers haven't waited for the city to adjust the space for them. If some areas and relations were not reachable anymore, they found new spaces in which to sustain a physical social life. Some Leipzigers have found new ways of being together while keeping their distance while others haven't. What could we learn from them? In which spaces have they found reprieve from lockdown? How could this inform our conception of space in other places?

Full article published by The Leipzig Glocal Webzine on May 3rd 2020.

 

Airbnb in Santa Cruz de Tenerife (Spanien)

 

Bearbeitungszeitraum: seit Januar 2020

Mehr und mehr Touristen strömen in den letzten Jahren entlang der Amsterdamer Grachten, frequentierten die Sagrada Familia oder (über-)prägen den öffentlichen Raum in Kreuzberg. Dieser Boom des Städtetourismus bleibt auch in der öffentlichen Wahrnehmung nicht verborgen und ist mit dem starken Wachstum von Short-Term Rentals (Airbnb etc.) verknüpft. Auf der Website des ursprünglich als Plattform für Sharing Economy gegründeten Unternehmens Airbnb werden insbesondere für Westeuropa und Nordamerika teils tausende Angebote pro Stadt inseriert. Mögliche Folgen davon sind eine schleichende Gentrification und Touristification, was sich auch im Entzug von Wohnungen aus dem herkömmlichen Mietmarkt niederschlagen kann und damit Polarisierungseffekte in der Stadtentwicklung begünstigt.

Insbesondere in touristisch geprägten Städten wurden Ausbreitung und Einflüsse von Airbnb wissenschaftlich untersucht. Ähnliches trifft auch auf kleinere Großstädte (Venedig) oder Mittelstädte (Dubrovnik) zu. Wie sich Airbnb allerdings auf Städte auswirkt, die nicht zu den Touristenhotspots gehören, wurde bisher selten thematisiert, obwohl gerade in diesen Räumen durch Short Term Rentals eine deutliche Zunahme des Tourismus zu beobachten ist. 

Das ISB untersucht diese Aspekte anhand des Fallbeispiels Santa Cruz de Tenerife. Zwar ist Santa Cruz als Hauptstadt der Kanaren als ein Zentrum einer der wichtigsten Touristenregionen Spaniens zu sehen, verfügt über einen hochfrequentierten Kreuzfahrthafen und einen der beiden lokalen Flughäfen. Die Stadt ist also eingebunden in den lokalen Tourismus. Sie gehört jedoch bisher nicht zu den unmittelbaren touristischen Hotspots, was sich unter anderen in der Struktur des Übernachtungsmarktes wiederspiegelt.

Unter Einbezug verschiedener Daten untersucht die Studie:

  • räumliche Verteilungsmuster von Airbnb im Vergleich zum Hotelangebot und der traditionellen touristischen Infrastruktur
  • sozioökonomische Indikatoren und den Zusammenhang zur Verteilung der Airbnbs in den verschiedenen Stadtteilen
  • Auswirkungen auf den Mietwohnungsmarkt
  • mögliche allgemeine Schlussfolgerungen für die Verteilung von Airbnb-Wohnungen in (mittelgroßen) Städten

Smart Urban Retail Services – Integriertes Service System für den Crosschannel-Handel in der Zukunftsstadt (SURTRADE)

Zeitraum: 2017-2020

Städtische Handelsstrukturen stehen einer paradigmatischen Veränderung gegenüber. Es werden neue Konzepte für flexible Handelsstrukturen benötigt, in denen kundenorientierte Erwartungen aufgenommen und über integrierte Dienstleistungssysteme erfüllt werden.

Das gestaltungsorientierte Ziel des interdisziplinären Forschungsvorhabens besteht darin:

  1. einen auf Vorarbeiten aufbauenden Service-System-Engineering-Ansatz als Baukastenarchitektur für den Crosschannel-Handel (Service-Modularisierung, -Modellierung, -Katalogisierung, -Orchestrierung, -Bereitstellung: Konzept, Methoden, Werkzeuge),
  2. eine auf Vorarbeiten aufbauende technische Serviceplattform für städtische Handelsstrukturen (Smart Retail Service Plattform; Konzept, Methoden, Werkzeuge),
  3. eine Unternehmensstrategie für innovative kanalübergreifende Handelsstrukturen (Strategien, Anwendungsfälle, Geschäftsmodell) sowie
  4. eine Transformationsstrategie für urbane Stadt- und Handelsräume (Anforderungsprofile und Handlungsleitfäden) zu entwickeln.

Die entwickelten Lösungsartefakte sollen in den Städten Hamburg und Leipzig durch Versuchsaufbauten und Pilotanwendungen in städtischen Handelsflächen der Projektpartner und im Logistics Living Lab evaluiert werden.

Kooperierende Partner:

  • Kühne Logistics University (Hamburg) Prof. Dr. A. Ludwig,
  • Universität Leipzig (Leipzig) Prof. Dr. Franczyk, Dr. T. Korzer,
  • HHL Leipzig Graduate School of Management (Leipzig) Prof. Dr. M. Kirchgeorg,
  • TCHIBO GmbH (Hamburg),
  • Emma Enkel, Diehl & Brüser Handelskonzepte GmbH (Düsseldorf)
  • Checkmobile GmbH (Hamburg)
  • MLOVE (Hamburg) sowie
  • SALT Solutions GmbH (München).

Leibniz-WissenschaftsCampus Eastern Europe – Global Area (EEGA)

Zeitraum: 2017-2020

Unser Institut ist seit November 2016 Mitglied im Leibniz-WissenschaftsCampus Eastern Europe – Global Area (EEGA) in der Forschungslinie 3 "Business Strategies and Frameworks of Political Economies". Das Hauptziel des Campus besteht darin, neue Forschungsperspektiven zu erarbeiten und den gesellschaftlichen Diskurs zum östlichen Europa durch Wissenstransfer und Nachwuchsforschende zu fördern.

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Ein Ökosystem für die Bürgerwissenschaft in Mittweida

Zeitraum: 2017-2020

Ziel des Citizen Science Ansatzes ist es daher mit den Bürgern über o.g. Themen „ins Gespräch“ zu kommen, um durch eine aktivierende Einbindung das Know Hows möglichst vieler Akteure/Stakeholder der Stadtentwicklung und vor allem der Bürger zur Entwicklung gemeinwohlorientierter Zukunftsideen und -lösungen nutzbar zu machen. Am Beispiel der Case Study Mittweida (inkl. an einer aus dem Stadtentwicklungsleitbild resultierenden vertiefenden Themenstellung) soll der wissenschaftliche Diskurs zur Citizen Science Forschung durch die Anwendung eines vorab entwickelten Forschungsdesigns sowie Instrumentensets, dessen Anwendung und Evaluation (gesellschaftliche Reflektion) sowie Anpassung fortgeführt bzw. weiter fundiert werden. Die Prozesskommunikation erfolgt dabei über einen breiten Crossmedialen Ansatz, der gleichzeitig vielfältig die Bürger aktivieren und motivieren soll. Im Ergebnis des Forschungsprozesses stehen sowohl Erkenntnisse bzgl. eines neuen transformativen/diskursiven Forschungsansatzes als auch die Ableitung konkreter Rahmenbedingungen (Ökosystem) als Basis für eine nachhaltige aktive Beteiligung Zivilgesellschaftlicher Akteure als sog. Chance Agents. Dem entsprechend steht folgende problemorientierte Fragestellung im Mittelpunkt des beantragten Projektes:

Inwiefern kann ein neues Forschungsverständnis (im Sinne der Citizen Science) dazu beitragen, abstrakte gesellschaftliche Problemstellungen, wie bspw. Digitalisierung oder Umgang mit dem Klimawandel, in einen aktiven Bürgerdiskurs nachhaltig einzubinden. Welche Chancen können durch das erweiterte Akteursverständnis für die Stadtentwicklung genutzt werden?

Das Vorhaben setzt sich Ziele auf folgenden Ebenen:

1. Wissenschaftliche Ebene:

  • Entwicklung eines diskursiven, übertragbaren Forschungs- und Evaluierungsprozesses, welcher dazu geeignet ist abstrakte gesellschaftliche Problemstellungen, wie Digitalisierung oder Umgang mit dem Klimawandel, in einen aktiven Bürgerdiskurs nachhaltig einzubinden
  • Entwicklung, Anwendung und Anpassung innovativer und kreativer Methoden für eine nachhaltige Aktivierung und Einbindung der Bürger in einen diskursiven Forschungsprozess

2. Case Study-Ebene:

  • Entwicklung eines Pilotprojektes, das aus einer abstrakten gesellschaftlichen Problemstellung (siehe dazu auch Leitbild Mittweida) abgeleitet wurde und Potenzial für eine konkrete Umsetzung bietet.

3. Gesellschaftliche Ebene:

  • An-/Wegbahnung eines „Ökosystems“ für eine nachhaltige Kultur der Bürgerwissenschaft in der Stadt Mittweida (als implizites Ergebnis eines diskursiven Forschungsverständnisses)
  • Aufbereitung und öffentliche Bereitstellung bürgerwissenschaftlicher Erkenntnisse und Erfahrungen
  • Initiierung eines Netzwerkes zur Weiterbehandlung bürgerwissenschaftlicher Erkenntnisse und Erfahrungen in Wissenschaft, Wirtschaft oder Zivilgesellschaft
  • Identifizierung für eine Ökosystem notwendiger öffentlicher, privatwirtschaftlicher, sozialer, kultureller und zivilgesellschaftlicher Strukturen und Ressourcen
  • Etablierung einer transparenten (crossmedialen) Bürgerkommunikation und Stärkung der digitalen Kompetenz der Stadt Mittweida.

Durch die unterschiedlichen Zielebenen und die Einbindung der Vielzahl an Partnern werden bereits etablierte Strukturen und Rahmenbedingungen gestärkt. Derart gelingt es sowohl die Bürgerschaft – als originäre Zielgruppe – z.B. über „emotionalisierte“ Themen als auch die notwendigen Akteure/Stakeholder eines zu schaffenden „Ökosystems“ für funktionierende bürgerwissenschaftliche Prozesse und Strukturen abzuholen.

Kooperierende Partner:

  • Universität Leipzig, Institut für Stadtentwicklung und Bauwirtschaft (ISB), Dr. T. Korzer,
  • Hochschule Mittweida mit dem Institut für Nachhaltigkeits- und Immobilienmanagement, Prof. Dr. J. Schaaf, Professur Soziologie und Empirische Sozialforschung, Prof. Dr. St. Beetz, Professur Crossmedia, Prof. Dr. T. Huhle sowie
  • die Stadt Mittweida, R. Schreiber.

Triangulum – The three Point Project: Demonstrate, Disseminate, Replicate

Zeitraum: Seit 05.2015

Wer ist beteiligt?

Die Stadt Leipzig ist mit dem Projekt „Triangulum – The three Point Project: Demonstrate, Disseminate, Replicate“ Teil eines EU-geförderten Forschungs- und Austauschprojektes (01.02.2015 – 31.01.2020). Die Projektleitung hat das Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung inne.

Das Kompetenzzentrum für Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsfürsorge der Universität Leipzig, in welchem das ISB Mitglied ist, übernimmt als Transferstelle die Koordinierung der Projektpartner und die Organisation der Arbeitsformate.

Was soll erreicht werden?

Ziel des Projektes ist die Erarbeitung nachhaltiger, energieeffizienter und smarter Quartiersentwicklungsansätze mit Anspruch auf Umsetzbarkeit und Übertragbarkeit.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Smart Cities soll sich dabei nicht auf eine Marketingstrategie sowie Werbebotschaft von Technologieanbietern reduzieren. Es geht vielmehr darum, sowohl technische Innovationen miteinander zu vernetzen als auch alle involvierten Akteure zusammenzubringen und deren Know How zu nutzen. Dazu werden bewusst Akteure aus der Wirtschaft, Zivilgesellschaft und dem öffentlichen Sektor eingebunden.

Genau an dieser Stelle setzt das Projekt an. Die Entwicklung smarter Lösungen mit konkretem Raum- und Akteursbezug machen ein inter- und transdisziplinäres sowie integriertes Vorgehen notwendig. Dabei geht es vor allem um die interdisziplinäre Bearbeitung von Handlungsfeldern wie Energie, Abwasser/Wasser, Mobilität, Wohnen etc. mit Blick auf deren Relevanz/Einfluss bzw. deren Chancen für die Entwicklung städtebaulich, soziokulturell sowie ökonomisch nachhaltiger und resilienter Stadtquartiere.

Im Ergebnis des Projektes steht ein Smart City Masterplan für den Laborraum Leipziger Westen, welcher den Anspruch eines Exempels für die Gesamtstadt hat. Damit ist die grundlegende Herausforderung verbunden, Lösungen für die Zukunftsfähigkeit der Stadt auf Basis postfossiler Entwicklungen zu erarbeiten. Auf diesem Weg ist es zwingendend erforderlich, alle bestehenden und neuen Ideen, Konzepte und Aktivitäten in einen übergeordneten Zusammenhang zu bringen und zu einer Gesamtstrategie zusammenzuführen. Dafür steht das Projekt „Triangulum“.

Wie wird gearbeitet?

Das Projekt wird durch drei Arbeitsformate strukturiert, welche unterschiedliche Aufgaben erfüllen:

Zukunftsforen:                      

  • Impulsgeber im Projekt
  • Gewährleistung des Know How Transfers zwischen Unternehmen
  • Stadtplanung/Stadtpolitik und Zivilgesellschaft
  • Abgleich strategischer Aussagen und Entscheidungen zwischen Unternehmens- und Stadtentwicklungszielen

Zukunftslabore:

  • Fachliche Diskussion innovativer und konzeptioneller Ansätze in ausgewhlten Themenfeldern einer Smart City Strategie (z.B. Wohnen, Energie, Mobilität etc.)
  • Identifikation von Innovationsfeldern und Synergien sowie Erarbeitung konkreter konzeptioneller Ansätze

 Labore im Quartier:

  • Information und aktive Einbindung der Quartiersöffentlichkeit
  • Aktivierung lokaler Akteursnetzwerke und Initiierung von Projektpartnerschaften 

Zwischen den Veranstaltungs- und Arbeitsformaten findet ein regelmäßiger Austausch (Intensivphase vom Herbst 2015 bis Frühjahr 2016) statt. Die inhaltliche Auseinandersetzung baut aufeinander auf und hat das Ziel, aus einer übergeordneten Perspektive konkrete Strategien und Maßnahmen für eine zukünftige Leipziger Smart City Strategie zu entwickeln.

Abgeschlossene Projekte

Langzeitstudie – Großprojekte und innerstädtischer Einzelhandel am Beispiel der Stadt Leipzig

Bruehl
Höfe am Brühl

Zeitraum: 2008-2016

Mit der seit 2008 angelegten Langzeitstudie bietet sich die Gelegenheit, die Wechselwirkungen zwischen Großprojekten (aus den Bereichen der Infrastruktur sowie des Einzelhandels) sowie deren Beitrag zur Entwicklung der Anziehungskraft des Standortes Innenstadt exemplarisch umfassend zu untersuchen und darzustellen.

Die Mehrheit der existierenden, wissenschaftlichen Arbeiten zur Entwicklung innerstädtischer Handelsflächen kann nur teilweise auf fundiertes, historisch lückenloses und homogenes Datenmaterial zurückgreifen. Bisher gewonnene Erkenntnisse basieren deshalb meist nur auf Annahmen bzw. nicht ausreichend fundierten Thesen.

Für die Langzeitstudie am ISB wurde ein komplexes Analysekonzept entwickelt, mit dem die grundsätzlichen Primärdaten erhoben werden: kontinuierlich wird beispielsweise die faktische Einzelhandelssituation, die Stimmung unter den Einzelhändlern und Passanten sowie die Passantenfrequenzen in der Leipziger Innenstadt erfasst. Diese Daten bilden die Grundlage, auf der Wechselwirkungen zwischen innerstädtischen Shopping Centern und tradierten Einzelhandelslagen bewertet werden.

Die Untersuchungsergebnisse werden sich vor allem auf einzelhandelsrelevante Aspekte beziehen, da das Einzelhandels-Großprojekt „Höfe am Brühl“ im Jahr 2012 eröffnet wurde. Dagegen steht der City-Tunnel als Infrastrukturprojekt kurz vor der Fertigstellung (geplante Eröffnung im Herbst 2013). Vertiefende Analysen können erst danach erfolgen, wobei es in diesem Zuge notwendig sein wird, das gesamte Untersuchungsdesign anzupassen.

Der Abschluss der Studie steht noch in diesem Jahr (2016) an. Eine Publikation ist in Planung.

Flyer

Zwischenbericht

Ergebnisse der Presseauswertung von 2008 bis 2012 zur Projektumsetzung der „Höfe am Brühl“

Wettbewerb Zukunftsstadt: Stadtentwicklung crossmedial - Bürgervisionen für ein Leitbild Mittweida 2030+

Zeitraum: 2015-2016

Die Stadt Mittweida arbeitet bereits seit längerem auf unterschiedlichen formellen und informellen planerischen Ebenen an ihrer nachhaltigen Stadtentwicklung. In der Vergangenheit kamen dabei vor allem "klassische" Bürgerbeteiligungskonzepte zum Einsatz, die jedoch nur einen kleinen Kreis von Personen aktivieren konnten. Im Rahmen der aktuellen Leitbildiskussion sollen nun innovative Konzepte der Bürgerbeteiligung angewendet werden. 

Partner des Projektes sind:

  • Stadt Mittweida
  • Hochschule Mittweida, Professur für Crossmedia und Professur für Immobilien- und Gebäudemanagement
  • Universität Leipzig, Institut für Stadtentwicklung und Bauwirtschaft 

Übergeordnete Zielstellung ist, die Lücke zwischen Planung und Bürgersicht durch einen integrierten Planungsprozess zu schließen. Die Entwicklung eines übergeordneten Leitbildes der Stadtentwicklung steht im Fokus. 

Folgende weitere Ziele werden verfolgt: 

  • Entwicklung und Erprobung eines innovativen Bürgerbeteiligungsprozesses unter Einbindung neuer Medien (crossmedia) und dadurch gezielte Ansprache sowie die Aktivierung unterschiedlicher Zielgruppen
  • Erhöhung der Identifikation der Bürger mit ihren Stadt bzw. deren zukünftiger Entwicklung und 
  • Aktivierung der Bürger, Etablierung von Akteursnetzwerken und Ableitung nachhaltiger, selbsttragender Projekte (Umsetzungsvorschläge) zur zukünfitgen Entwicklung der Stadt Mittweida.

Ergebnisse:

Unter aktiver Mitwirkung der Bürgerschaft konnte im Sommer 2016 ein Leitbild für die Stadt Mittweida auf den Weg gebracht werden. Folgende zentrale Zielstellungen sind Bestandteil des Leitbildes:

  • Ziel 1: Toleranz und Respekt schaffen Zusammenhalt
  • Ziel 2: Traditionelle und neue Wirtschaft ergänzen einander
  • Ziel 3: Angepasste Mobilität und digitaler Ausbau erhöhen die Erreichbarkeit
  • Ziel 4: Funktionale Vielfalt und städtische Attraktivität gestalten Heimat

Leitbild Mittweida 2030+

Abschlussbericht Phase 1


letzte Änderung: 19.05.2020