Das Institut für Stadtentwicklung und Bauwirtschaft regt mit der Veranstaltungsreihe HOT SPOTS :: DER STADTENTWICKLUNG zu einem Transfer wissenschaftlicher Ergebnisse in die Praxis an.

WS 20/21: Digitalisierung & Stadtentwicklung - Nachhaltigkeit. Innovation. Kooperation.

Digitale, soziale und nachhaltige Stadtentwicklung – geht das? Und wenn ja, wie? In der vierteiligen Veranstaltungsreihe wird gemeinsam mit vielfältigen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern aus unterschiedlichen Blickwinkeln das Thema Digitalisierung und Stadtentwicklung diskutiert. Die Reihe wird vom Institut für Stadtentwicklung und Bauwirtschaft der Universität Leipzig in Kooperation mit dem Referat Digitale Stadt der Stadt Leipzig organisiert.

Die Veranstaltungen finden donnerstags von 18:30 bis 20 Uhr virtuell via Zoom statt.

Zur digitalen Veranstaltung

Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungen aufgezeichnet werden und Sie durch Ihre Teilnahme der Aufzeichnung zustimmen.

Fokus: Wie kann die Digitalisierung zu gemeinwohlorientierten Innovationen beitragen?

Vortragende: 

  • Elena Kalogeropoulos, iRights Lab
  • Martin Jähnert, Impact Hub Leipzig
  • Ariane Jedlitschka, Helden wider Willen e.V.

Moderation: Mary Uhlig, Stadt Leipzig & Jenny Kunhardt, Uni Leipzig

 

Fokus: Welche Ziele verfolgt die EU im Rahmen des Green Deals mit nachhaltiger Stadtentwicklung und Smart-City-Lösungen? Wie setzt Leipzig, Teil des europäischen SPARCS-Projekts zur Entwicklung von energiepositiven Modellquartieren, Smart-City-Lösungen um? Was kann man von München, Teil des SMARTER TOGETHER-Projekts, lernen?

Vortragende:

  • Georg Houben, Smart Cities & Communities Team, European Commission
  • Nadja Riedel, Stadt Leipzig
  • Klaus Illigmann, Landeshauptstadt München

Moderation: Mary Uhlig, Stadt Leipzig & Jenny Kunhardt, Uni Leipzig

Fokus: Welche Rolle haben Kooperationen zwischen Kommunen im Zuge der Digitalisierung verschiedener Bereiche? Welche Vorteile bietet die Zusammenarbeit für die beteiligten Städte?

Vortragende:

  • Gudrun Schwarz, Referentin im Referat Smart Cities des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat
  • Damian Wagner, selbstständiger Digitalisierungs- und Smart City-Experte und Koordinator Smart Cities des Baubürgermeisters der Stadt Ulm
  • David Bausch, Projektmanager im Referat Digitale Stadt der Stadt Leipzig

Moderation: Nadja Riedel, Stadt Leipzig & Jenny Kunhardt, Uni Leipzig

Fokus: Was sind die Potenziale und Herausforderungen für Künstliche Intelligenz (KI) - in der Stadtentwicklung? Für welche Anwendungen und Anforderungen für die Stadt Leipzig?

Vortragende:

  • Daniela Kolbe, Vorsitzenden der Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz

  • Dr. Eric Peukert, stellvertretender Geschäftsführer des ScaDS.AI- Zentrums an der Universität Leipzig

  • Dr. Beate Ginzel, Leiterin Referat Digitale Stadt der Stadt Leipzig

  • Mirko Mühlpfort, Projektleiter beim Referat Digitale Stadt + Connected Urban Twins

Moderation: Nadja Riedel, Stadt Leipzig & Katrin Schade, Universität Leipzig

 

Die Veranstaltungsreihe ist ein etabliertes Format in Form eines öffentlichen Podiums für alle an Stadtentwicklung Interessierten. Unter HOT SPOTS verstehen wir Orte und Themen, an denen sich öffentliche Debatte und fachspezifischer Diskurs zu (teilweise brisanten) Stadtentwicklungsaufgaben begegnen. Mit HOT SPOTS :: DER STADTENTWICKLUNG soll der Blick auf diese Brennpunkte und auf die Notwendigkeit eines vernetzten Denkens und Handelns gelenkt werden.

Die Veranstaltungsreihe wurde in den vergangenen Jahren durch die Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung e.V. (SRL e.V.), die Schaubühne Lindenfels und die Stiftung Lebendige Stadt unterstützt.

Themen der vergangenen Semester

Vorträge

Elena ter Glane (Art Invest Real Estate):  Wertschöpfung durch Redevelopment im Bestand

Innenstädte wandeln sich mit der Zeit und mit ihnen werden die Gebäude älter und entsprechen in ihrer Konzeption nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Insbesondere Büroimmobilien unterliegen diesem Prozess und werden mit der Zeit weniger wettbewerbsfähig. Im Vortrag stellte die Referentin Vorteile der Bestandsentwicklung dar. Sie zeigte im Detail mit welchen Analysen die Potentiale solcher Immobilien identifiziert werden können, welche Instrumente es zur Revitalisierung braucht und wie die Wertschöpfung letztlich wieder gesteigert werden kann. Mit dem Easton House am Ostbahnhof in Berlin stellte die Referentin ein gelungenes Beispiel der Bestandsentwicklung vor.  

Hans Christian Steinmüller: Revitalisierung einer denkmalgeschützen Immobilie - Admiralspalast

Der Admiralspalast, ein Berliner Gebäude mit beeindruckender Geschichte. 1911 als Vergnügungsetablissement mit 900 Zimmern, Bädertrakt und Eisbahn eröffnet, folgt rund 10 Jahre später der Umbau zum Varietétheater. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg werden hier Revuen und später Operetten aufgeführt. Im April 1946 findet im Haus der Vereinigungsparteitag statt, auf dem die SED gegründet wird. Von 1955 bis 1997 beherbergt der Admiralspalast das Metropoltheater. Dann folgt der Leerstand und schließlich 2005 die Übernahme durch Kultur-Unternehmer Falk Walter. Ein neues Kapitel mit Höhen und Tiefen beginnt für das historische Gebäude, welches durch den Referenten vorgestellt wurde. 

Ursula Markowitz (RKW Architektur+ ): In die Stadt gehen -  Restrukturierung von großflächigen monogenutzten Top-Innenstadtlagen

Die Referentin zeigte mögliche Nachnutzungen von Warenhäusern und Kaufhäusern auf. Dabei stand als zentrales Element der zukünftigen Gestaltung die Frage nach der Funktion der Innenstadt bzw. des stationären Einzelhandels heute und morgen im Raum. Welche Rolle Integration, Markenbildung, Kundenaktivierung und Erlebnisse bei einer Revitalisierung, Restrukturierung oder Nachnutzung zukommt, beschrieb Frau Markowitz anschaulich anhand ausgewählter Fallbeispiele und skizzierte damit gleichzeitig die Stärken und die Zukunft des stationären Einzelhandels.

Thomas Binsfeld (Landmark AG): Nachnutzung von Warenhäusern in kleineren Mittelstädten

Wenn Kaufhausketten sich zurückziehen, sind für die Städte neue Ideen gefragt. Das gilt vor allem für Standorte jenseits der großen Metropolen. Welche Herausforderungen und Chancen bestehen, erklärte der Referent anhand von drei Beispielen, in denen die Landmarken AG multifunktionale Nutzungskonzepte für ehemals reine Handelsimmobilien entwickelte und erfolgreich umsetzte. Während in Wuppertal anstelle eines ehemaligen Warenhauses ein Büro- und Geschäftsneubau errichtet und vollvermietet wurde, wurden zwei Kaufhäuser in Aachen und Herne umgebaut, um mit einem Mix aus Einzelhandel, Gastronomie, Büro und Dienstleistung die Standorte zu beleben. 

Diskussionsveranstaltung

Versuchsfeld Quartiersmobilität

mit Referentinnen und Referenten von Conoscope GmbH, Stadtumbaumanagement Leipziger Westen und Schaubühne Lindenfels

Im Nachgang zur Europäischen Mobilitätswoche stellt sich die Frage, welche Wirkungen räumliche Interventionen zur Veränderung der Mobilität im Quartier haben und welche Prozesse für eine zukünftige Quartiersmobilität angestoßen werden sollten. Als Ausgangspunkt wagte das Stadtumbaumanagement Leipziger Westen einen Rückblick und präsentierte schlaglichtartig verwirklichte mobilitätsbezogene Maßnahmen im Leipziger Westen mit Fokus auf den Lindenauer Markt. Anschließend stellte Conoscope GmbH (Leipziger Unternehmen im Geschäftsfeld Innovation, Markt- und Meinungsforschung) Ergebnisse der Befragung und Beobachtung auf dem Lindenauer Markt während der temporären Sperrung des Lindenauer Markts für den Autoverkehr vor. Die Veranstaltung war ein Auftakt für einen Prozess im Quartier um die Schaubühne Lindenfels, deren erstes Ziel es war, Erkenntnisse zur Thematik zu sammeln darauffolgend Handlungsmöglichkeiten diskutieren. 

Vorträge

Dr. Arnold Voß (Office for the Art of Planning): Fahrradmobilität in NYC. Von der Autobahn zur Fahrradpromenade.

Wie wird Mobilität andernorts gestaltet? Was können wir anhand von Beispielen andernorts lernen? Der Referent (Raumplaner ansässig im Ruhrgebiet, Berlin und New York) berichtete, wie New York City sich entgegen jeglicher Erwartungen zur Fahrradstadt entwickelt hat. Aus der Perspektive eines Planers und Fahrradfahrers nahm er Bezug auf die relevanten Akteure, Instrumente und Planungen, um diese unwahrscheinliche Transformationsgeschichte nachzuvollziehen.

Robert Temel (Architektur- u. Stadtforschung, Wien): Baukultur für das Quartier. Prozesskultur durch Konzeptverfahren.

Seit etlichen Jahren gewinnt das Modell der Konzeptvergabe von Grundstücken zunehmend an Bedeutung, um ein breites Spektrum an Qualitäten in der Stadtentwicklung zu sichern und das Innovationspotenzial neuer Akteure zu nutzen. Anhand einer Reihe von beispielhaften Verfahren aus ganz Deutschland wurden unterschiedliche Vorgangsweisen verglichen und ihr Erfolg bewertet. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Ausstellung Together! Neue Architektur der Gemeinschaft im Grassi Museum für Angewandte Kunst statt.

Öffentliche Vorstellung studentischer Projektergebnisse Stadtlabor

Retten Genossenschaften das Quartier? Quartierseffekte gemeinwohlorientierter Organisationsformen.

Welche Rolle können gemeinwohlorientierte Organisationen im Bereich Wohnen und Kultur für das Quartier leisten? Dieser Frage haben 42 Studierende zum Anlass genommen, eigene Konzepte für das Jahr 2030 an den Standorten der Praxispartner zu kreieren. In dem von der LaborUniversität geförderten Projekt „Stadtlabor“ (einem Teilprojekt des gesamtuniversitären Drittmittelprojekts StiL – Studieren in Leipzig) präsentierten die Studierenden ihre Ergebnisse und wir diskutierten gemeinsam mit unseren Praxispartner Schaubühne Lindenfels, Pöge-Haus, WBG Kontakt e.G., Feinkost eG.

Innenstädte leben vom Handel. Durch die Digitalisierung der Innenstädte steht der stationäre Einzelhandel jedoch vor großen Herausforderungen: verändertes Konsumentenverhalten und neue Technologien fordern eine rasche Anpassung des Handels.

Vorträge

Prof. Dr. Gerrit Heinemann (Leiter eWeb Research Center, Hochschule Niederrhein): Alles online oder was? Die Zukunft des Shopping in der Stadt 

Dr. Silvia Horn (BBE Handelsberatung): Ist das Ladengeschäft vor Ort ein Auslaufmodell?—Herausforderungen für den Handel in Klein- und Mittelstädten.

Patrick Schulte (Geschäftsführer bei Lokaso in Siegen): Lokaso - das regionale Webkaufhaus - gemeinsamer, nachhaltiger Onlinehandel in der Region

Dr. Ulrike Wendland (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Sachsen-Anhalt): Großflächiger Einzelhandel in denkmalgeschützten Strukturen - Aspekte zur Bewältigung eines Zielkonfliktes

Bezahlbares Wohnen bleibt ein kritischer Faktor für lebendige Städte und eine demokratische Gesellschaft – insbesondere unter verschärften Wachstumsbedingungen in den urbanen Kernen. Einerseits drohen den Bewohnerinnen und Bewohnern der Städte Preissteigerungen und Verdrängungsprozesse. Andererseits besteht auf der Angebotsseite vielerorts Wohnraummangel. Obwohl die Zahl der jährlich neu errichteten Wohnungen seit einigen Jahren wieder ansteigt, kommt es ganz besonders darauf an, Lösungen für kostengünstigen Wohnungsbau zu finden, der demographische, soziale und energetische Aspekte berücksichtigt. Mehr denn je besteht die Notwendigkeit Lösungsansätze, Instrumente, Praxisbeispiele für klugen und sozialgerechten Wohnungsbau zu diskutieren. Ziel der aktuellen Staffel Hot Spots der Stadtentwicklung mit dem Titel „Noch bezahlbar? Wohnungsbau unter Wachstumsdruck“ ist es, den Diskurs zum bezahlbaren Wohnen und Wohnungsbau in Leipzig anzuregen und zu erweitern. Unsere Referentinnen und Referenten aus Architektur und Stadtentwicklung präsentieren Ihre Erfahrungen zum Thema Wohnungsbau und diskutieren sie mit dem Publikum. 

Vorträge

Klaus Dömer (Schnoklake Betz Dömer Architekten, Münster; Autor „Bezahlbar. Gut. Wohnen“): Strategien und Muster bezahlbaren Wohnens - Ein Überblick

Rut-Maria Gollan (wagnis eG, München): Renaissance der Wohnbaugenossenschaften – Projekt wagnisART, München

Prof. Dr.-Ing. Thomas Jocher (Institut Wohnen und Entwerfen, Universität Stuttgart; Fink+Jocher München): „The Age of Less“

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