Das ISB untersucht anhand des Fallbeispiels Santa Cruz de Tenerife die Auswirkungen von Short-Term Rentals.

"Se vende" - "Zu verkaufen", Graffiti an Hausfassade in Santa Cruz auf Teneriffa, Foto: Marcus Hübscher
"Se vende" - "Zu verkaufen", Graffiti an Hausfassade in Santa Cruz auf Teneriffa, Foto: Marcus Hübscher

Zeitraum: seit Januar 2020

Mehr und mehr Touristen strömen in den letzten Jahren entlang der Amsterdamer Grachten, frequentierten die Sagrada Familia in Barcelona oder (über-)prägen den öffentlichen Raum in Kreuzberg. Dieser Boom des Städtetourismus bleibt auch in der öffentlichen Wahrnehmung nicht verborgen und ist mit dem starken Wachstum von Short-Term Rentals (Airbnb etc.) verknüpft. Auf der Website des ursprünglich als Plattform für Sharing Economy gegründeten Unternehmens Airbnb werden insbesondere für Westeuropa und Nordamerika teils tausende Angebote pro Stadt inseriert. Mögliche Folgen davon sind eine schleichende Gentrification und Touristification, was sich auch im Entzug von Wohnungen aus dem herkömmlichen Mietmarkt niederschlagen kann und damit Polarisierungseffekte in der Stadtentwicklung begünstigt.

Insbesondere in touristisch geprägten Städten wurden Ausbreitung und Einflüsse von Airbnb wissenschaftlich untersucht. Ähnliches trifft auch auf kleinere Großstädte (Venedig) oder Mittelstädte (Dubrovnik) zu. Wie sich Airbnb allerdings auf Städte auswirkt, die nicht zu den Touristenhotspots gehören, wurde bisher selten thematisiert, obwohl gerade in diesen Räumen durch Short Term Rentals eine deutliche Zunahme des Tourismus zu beobachten ist. 

Die untersuchte Stadt Santa Cruz ist als Hauptstadt der Kanaren Zentrum einer der wichtigsten Touristenregionen Spaniens zu sehen, verfügt über einen hochfrequentierten Kreuzfahrthafen und einen der beiden lokalen Flughäfen. Die Stadt ist also eingebunden in den lokalen Tourismus. Sie gehört jedoch bisher nicht zu den unmittelbaren touristischen Hotspots, was sich unter anderen in der Struktur des Übernachtungsmarktes wiederspiegelt.

Unter Einbezug verschiedener Daten untersucht die Studie:

  • räumliche Verteilungsmuster von Airbnb im Vergleich zum Hotelangebot und der traditionellen touristischen Infrastruktur
  • sozioökonomische Indikatoren und den Zusammenhang zur Verteilung der Airbnbs in den verschiedenen Stadtteilen
  • Auswirkungen auf den Mietwohnungsmarkt
  • mögliche allgemeine Schlussfolgerungen für die Verteilung von Airbnb-Wohnungen in (mittelgroßen) Städten

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